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Finanzlexikon: diversifikation

diversifikation

Produktdiversifikation

Die Produktdiversifikation liegt vor, wenn ein Unternehmen eine neue Produktlinie einführt. Man unterscheidet dabei:

horizontale, wo z.B. ein Autohersteller LKWs produziert;
vertikale, wo z.B. ein Autohersteller Reifen produziert;
lateral, wo z.B. ein Autohersteller Flugzeuge produziert;

Dabei wird versucht sich auf dem Markt zu positionieren.

Anlagediversifikation

Im Geldanlagebereich wird von Diversifikation gesprochen, wenn möglichst in unterschiedliche Finanzanlagen investiert wird.

Dies können sein: Aktien, Rentenpapiere, Immobilien, Optionen und Futures oder alternative Anlagen. Dabei gibt es selbst erhebliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Assetklassen. Zum Beispiel können Rentenpapier mündelsichere Anlagen sein wie Bundesanleihen und Pfandbriefe aber auch riskantere Formen wie Unternehmensanleihen, Auslandsanleihen (z.B. in US-Dollar oder z.B. ukrainische Währung) sein. Das Anlagerisiko unterscheidet sich dabei erheblich.

Anlageziel der Diversifikation kann sein, durch geeignete Mischung der Assets eine möglichst hohe Rendite bei gleichbleibendem, kalkuliertem Risiko zu erreichen. Ein anderes formuliertes Anlageziel kann sein, bei einer vorgegebenen Renditeerwartung (z.B. 9%p.A.) das Verlustrisiko auf ein Minimum zu begrenzen.

Rendite und Risiko stehen in enger Abhängigkeit (Korrelation) zueinander. Dieser Zusammenhang wird häufig mit dem sog. Chance/Risiko-Verhältnis genannt. Es wird vereinfachend als Aktien/Renten-Verhältnis in einem Depot bezeichnet.

Maß für das Risiko sind die Volatilität und der shortfall-approach. Alle Maße in der Finanzanlage sind statistische Größen und geben nur eine Verlust- oder Gewinnwahrscheinlichkeit an. Folglich kann ein max. Verlust/Gewinn nicht garantiert werden, sondern nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zugesichert werden. In ausgeprägten Haussephasen oder bei Marktanomalien werden oft diese Größen verfehlt, d.h. es gibt keinen Gewinn. Es können sogar erhebliche Verluste entstehen, die über das erwartete Risiko hinausgehen.

Aufgabe eines erfahrenen Anlageberaters ist es, genau diese richtige Mischung der verschiedenen Assetklassen zu erreichen und damit langfristig eine positive Wertenwicklung des investierten Kapitals zu erreichen.

Durch die zunehmende Technisierung ist es möglich, für das Gesamtportfolio das in ihm enthaltene Risiko und weitere Maße zu berechnen. Moderne Computerverfahren ermöglichen einen Stresstest. Dabei werden worst-case- und best-case-Situationen im Computer simuliert und die Auswirkungen auf das Portfolio analysiert. Entsprechend dem Simulationsergebnis werden Gegenpositionen aufgebaut, um diese Risiken zu neutralisieren. Da dies ein sehr aufwendiges Verfahren darstellt, ist dies nur für besonders große Portfolios (vor allem für institutionelle Anleger oder für das Portfolio eines Fonds) aus Kostengründen möglich.

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